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Mittwoch, 07 April 2021 09:15

FLoC: Cookie-Ersatz von Google spaltet die Datenschützer

Das Bewusstsein für Cookies ist seit der EU-Datenschutzgrundverordnung (DSGVO) gestiegen: Beim Besuch von Seiten wird man zuerst gefragt ob man den Cookies von Drittanbietern zustimmt oder nicht. Wer alles mit Ja bestätigt gibt somit die Erlaubnis im Netz verfolgt zu werden und etwa Hobbys, Einkommen und Vorlieben bei Politik und Sexualität werden preisgegeben. Durch diese Informationen kann dann exakt gezielte Werbung geschalten werden.

Nicht nur Datenschützer als auch Browser-Entwickler fanden diese Entwicklung bedenklich und schalteten sich zur Debatte ein. Mozilla Firefox und Safari blockieren Drittanbietercookies schon standardmäßig seit einer geraumen Zeit.

Google kündigte mit Chrome eine Umstellung an doch erst ab 2022. Der Spitzenreiter bei der weltweiten Onlinewerbung stellte in der Zwischenzeit einen eigenen Cookie-Nachfolger auf die Beine: Federated Learning of Cohorts (FLoC). Seit einer Woche läuft dieses System bereits im Testbetrieb.

User werden in Kohorten aufgeteilt

Das neue System soll laut Google alle zufriedenstellen - Werbetreibende als auch User. Ziel sei es gezielte Werbung anbieten zu können, ohne die Identität der Anwender preiszugeben. User werden bei FLoC in einzelne Kohorten einsortiert also größere Gruppen, die ähnliche Eigenschaften haben.

Durch Algorithmen werden die Kohorten erstellt - der Browser selbst übernimmt die Einteilung und analysiert dazu den Browserverlauf der User. Die besuchten Seiten sollen dazu nicht erst an Google geschickt, sondern direkt auf dem eigenen Computer analysiert werden.

Wer nun eine Website besucht, der teilt dem Betreiber automatisch die zugehörige Nummer der Kohorte mit, Werbeanbieter können daraufhin passende Werbung schalten. Laut Google müssen die Kohorten mindestens "Tausende" Mitglieder haben, bis diese den Werbetreibenden mitgeteilt werden. 

Datenschützer kritisieren Google-System

Auf dem Papier klingen die von Google vorgeschlagenen Neuerungen im Zuge der Umstellung auf FLoC so, als könnten sie die Privatsphäre der User tatsächlich besser schützen. Das Verhindern von individuellem "Fingerprinting" und das endgültige Aus für Drittanbieter-Cookies wurde in der Vergangenheit von Datenschützern vehement gefordert - FLoC wird von Datenschützern begrüßt.

Doch einige unter den Datenschützern sind für ein Allgemeines Ende des Trackings, diese kritisieren dass Google seinen Usern praktisch die Wahl zwischen Tracking mit Cookies und Tracking mit FLoC lässt.

Die Sorge vor Diskriminierung wird auch erwähnt - so könnten die Kohorten dazu führen, dass auch Seiten zu Themen wie Drogenmissbrauch, finanziellen Schwierigkeiten oder Unterstützung für Trauma-Überlebende in die Kategorisierung einfließen. Laut Google sollen derartige Seiten automatisch gefiltert werden.

Bisher ist die EU ausgenommen

FLoC wird zwar gerade von Google getestet doch die EU-Staaten dürfen an dem Testlauf bisher nicht teilnehmen, dies könnte wohl auch mit der DSGVO zusammenhängen. Laut Insidern wolle man aber auch bald in Europa testen.

Google steht jedoch bisher mit FLoC alleine da, weder Firefox noch Safari wollen das neue System verwenden. Langfristig könnte dies den Marktanteil von Chrome steigern denn Websites werden auch künftig darauf bestehen, dass User jenen Browser verwenden, welcher mittels Werbung am besten zu Geld gemacht werden kann.

 

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